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Die ultra-rechte Regierung in Chile ist nicht reformistisch

El Ciudadano

Originalbeitrag: La ultraderecha gobernando en Chile no es refundacional


Kurze materialistische Analyse der Macht in Chile

Die chilenische Politik hat sich in diesen Zeiten in eine verworrene und mehrdeutige Semantik verstrickt. Während ein großer Teil der öffentlichen Debatte darin besteht, die ultra-rechte Bewegung als «reformistisch» zu charakterisieren, legt eine rigorose Analyse unserer materiellen Struktur genau das Gegenteil nahe. Hierbei handelt es sich nicht um ein politisches Projekt, das neue ideologische Fundamente schaffen will, sondern vielmehr um die Konsolidierung einer alten Klassenkraft, die darauf abzielt, die von der Diktatur geerbte Institutionen zu sichern, die in ihren wesentlichen Grundlagen bis heute weiter bestehen.

Pablo Monje, Politikwissenschaftler

Es ist ein strategischer Fehler und ein Anzeichen politischer Kurzsichtigkeit zu glauben, die Verfassung von 1980 sei durch die zahlreichen Interventionen, die sie erlebt hat, abgebaut oder überholt worden. Denn bei näherer Betrachtung waren die Reformen der letzten drei Jahrzehnte in ihrer überwiegenden Mehrheit kosmetische Anpassungen. Dadurch konnte der Staat zwar seine Ausgabenfähigkeit erhöhen, jedoch unter einer unverhandelbaren Bedingung: die logische Struktur des Kapitals und seiner Transaktionsformen nicht zu verändern.

Der Beweis hierfür lag in der Ausgestaltung der Politik zur Finanzierung des Sozialausgaben. Trotz des redistributiven Diskurses der aufeinanderfolgenden progressiven Regierungen hat sich die Struktur der Steuereinnahmen nicht im Geringsten verändert. Die Steuerreformen scheiterten systematisch daran, Einkünfte aus Kapital, großen Unternehmen oder dem Vermögen der Reichen zu erfassen. Stattdessen finanzierte der Staat das Wohlstandswachstum durch interne Neustrukturierung der öffentlichen Finanzen und, besorgniserregender, durch internationale Haushaltsverschuldung.

Hier liegt der Kern des Problems: Wir verwalten die rigoroseste und extremste These des Neoliberalismus als wirtschaftliches und ideologisches Modell. Wenn Sozialausgaben durch externe Schulden finanziert werden, geschieht dies zu Lasten von Haushaltsgeldern, wobei die Mehrwertsteuer – die sozial am regressivsten ist – die Hauptrolle spielt. Das Ergebnis ist eine besonders grausame Paradoxie: man versucht, Reichtum zu redistribuieren, während die Ärmsten durch die Mehrwertsteuer, die den täglichen Konsum der ärmsten Familien belastet, verschuldet werden. Dies bedeutet eine Umverteilung von Liquidität an der Basis, während die Akkumulation an der Spitze unberührt bleibt.

Wenn die Avantgarden und das Volk in ihrem weitesten Sinne auf eine echte Reorganisation der umkämpften sozialen Kräfte abzielen, besteht die Herausforderung nicht nur darin, Regierungen zu gewinnen, sondern auch die Barrieren und Fesseln der öffentlichen Finanzierung zu durchbrechen. Solange der lateinamerikanische Progressivismus, wie die Beispiele aus Chile, Argentinien und Brasilien zeigen, unter der Logik des Finanzkapitals und der Abhängigkeit von der Konsumsteuer arbeitet, wird jeder Veränderungsversuch lediglich eine neue Farbschicht über eine Struktur sein, die in ihrem Wesen nach tief konservativ und ausschließend bleibt.

Von Pablo Monje-Reyes

Politikwissenschaftler

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Mayo 1, 2026 • 1 hora atrás por: ElCiudadano.cl 18 visitas 2053717

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